Geschichte

Andalusien Geschichte

In Südspanien haben sich viele Völker breitgemacht, wir fassen hier nur kurz zusammen wem es hier gefallen hat und wer hier geblieben ist. Bereits in der Jungsteinzeit fanden sich hier Menschen ein, Zeugen hierzu sind die Dolmens bei Antequera oder auch zahlreiche Wandmalereien, teilweise als UNESCO WELTERBE geschützt.

Iberer

Waren wohl Berber aus Nordafrika, die sich hier niederließen und wohl als IBERER bezeichnet wurden.

Phönizier

Aus der Zeit (ab 1100 v CHR) stammen auch die Bezeichnungen Gadir (Cadiz) oder Malaca (Malaga). Die Griechen machten hier nur kurz halt, für etwa 70 Jahre. Phönizier und Griechen wurden von den Karthagern verdrängt, die aus Italien vertrieben hier ihre neue Heimat fanden. Hamilkar und Sohn Hannibal brauchten aber nicht lange um sich mit den Römern auch in Südspanien anzulegen. Am Ende war gegen die Übermacht aus Rom nichts zu machen, sie mussten weichen.

Puente Romano
Puente Romano bei Córdoba

Römer

Das römische Andalusien (BAETICA = Andalusien) begann bereits 200 v. Chr., und entwickelte sich prächtig, vor allem wegen des fruchtbaren Bodens und der frühen Ernten. Südspanien galt unter anderem als Kornkammer, ebenso wurde hier das “Garum” produziert – eine Art Sardellenpaste, deren bekanntester Freund anscheinend Julius Cäsar war. In Malaga wurde Ende des 19 Jhds durch Zufall Bronzetafeln gefunden, die “Lex Flavia Malacitana”. Ein Gesetz aus dem 3 Jhrd, unter anderem Beweis der Zugehörigkeit Malagas zum Römischen Reich, aber eben auch eine Art römisches Grundgesetz und Verfassung. Bis zum 5 Jhrd lebte Andalusien mit der pax Romana recht friedlich, bis verschiedene mitteleuropäische Völker über Andalusien herfielen und Ihr Unwesen trieben.

Westgoten

Sueben, Alanen und vor allem Westgoten marschierten gen Süden, ebenso die Vandalen die der Region anscheinend ihren Namen gaben (“Vandalusien” bei den Arabern dann Al-Andalus), die Region lebte aber lange Jahre der blutigen Kämpfe, bei denen sich am Ende die Westgoten durchsetzten. Man hat sich aber aus verschiedenen Gründen nicht recht integriert der scheinbare Friede war also keiner. Also suchte man Verbündete die man im Süden dann auch fand, der Araberfürst Musa machte im 8Jhd den Anfang um seinen Westgotischen Freunden Hilfe zu leisten, die Araber breiteten sich jedoch immer aus und verscheuchten am Ende auch die germanischen Freunde aus dem Norden.

Araber

Fanden sich nun mehr und mehr ein, sie schätzten das vergleichsweise milde Klima und fruchtbare Böden. Zu größtem Ruhm gelangte wohl das Omaijaden Emirat und spätere Kalifat Córdoba. Während der Arabischen Besetzung wurde Andalusien sehr geprägt von der arabischen Kultur, vor allem die prachtbauten Alhambra (Granada) oder Moschee (Cordoba). Ich stehe da als Architekt immer wieder fassungslos vor diesen Kunstwerken die in einer Zeit gebaut worden sind als wir in Mitteleuropa bestenfalls überdimensionierte Tragelemente gebaut haben (Romanik), aus Angst es könnte ob der vielen Lasten bersten. Im Vergleich dazu die grazile und elegante Alhambra (Patio de los Leones). Die knapp 7 Jahrhunderte Araber in Andalusien standen aber auch für recht friedvolles nebeneinander auch verschiedener Glaubensrichtungen. Speziell in Córdoba lebten Christen, Juden und Muslime ohne größere probleme miteinander.

Patio de los Leones
Detail aus dem Patio de los Leones

Reconquista - Rückeroberung

Die Reconquista begann eigentlich zeitgleich mit dem Beginn der arabischen Invasion, dauert aber doch bis 1492 bis zur letzten Schlacht bei Granada. Die katholischen Könige Isabel und Fernando II sponserten auch Columbus zur Überfahrt auf der Suche nach dem fernen “Indien”, am Ende war es jedoch Amerika wo Columbus landete mit allen bekannteren Folgen.

Mittelalter

In Zeiten der Entdeckung Amerikas wurde Andalusien überschwemmt von Reichtümern, besonders die Hafenstädte Cádiz und Sevilla. In Sevilla wurde zum Horten des Edelmetalls sogar eigens ein Turm gebaut (Torre de Oro). Eine große Zeit begann ganz Spanien, im Besonderen aber für Andalusien. Gleichzeitig wurde Andalusien jetzt zwanghaft katholisiert, Juden und Muslime wurden vertrieben oder mussten katholisch werden.

Habsburger

Carlos I (Karl V) übernahm 1516 als 16 jähriger die Macht über “Das Reich bei dem nie die Sonne untergeht”, ohne je in Spanien gewesen zu sein. Zum Reich zugehörig war Deutschland, Österreich und Niederlande, aber eben weite Teile Amerikas (bis hoch nach San Francisco). In der Zeit der “Katholisierung” wurden die zwei bekanntesten muslimischen Bauwerke Andalusiens rekatholisiert, in die Moschee der tausend Säulen von Cordoba wurde mitten im Herzen eine Kathedrale eingebaut, dem eleganten Alhambra Palast, musste wurde mit einem Renaissance Palast verstümmelt.

Borbonen

Die kinderlosen Habsburger und die Bourbonen zettelten den spanischen Erbfolgekrieg an, bei dem am Ende 1713 dem Bourbonen Philip V die Königskrone zugesprochen wurde. Unterwegs dahin okkupierten sich die Engländer mit dem Segen der Habsburger die Halbinsel Gibraltar und weigern sich bis heute diese an das spanische Königreich zurückzugeben.

Napoleon

Auch Napoleon machte sich in Spanien breit, in Form seines Bruder Joseph Bonaparte, der sich allerdings nur 6 Jahre lang halten konnte und mithilfe der Engländer dann wieder aus dem Land gescheucht wurde. Bonaparte war im Land ob seines dekadenten Lebensstils sehr verrufen, und wurde vor allem als Freund des guten Weines und anderer Lebensfreuden bekannt.

Alfonso XII

Wurde 1875 König von Spanien, Sohn Alfonso XIII übernahm das Zepter und träumte vom großen spanischen Königreich und setzte auf Expansion Richtung Süden. Im ersten Weltkrieg konnte sich Spanien erfolgreich neutral verhalten und beteiligte sich nicht daran. Trotzdem stolpert das Land über eine Staatskrise 1917. primo de Rivera putschte mit dem Einverständnis des Königs Alfonso XIII und bildete eine Militärdiktatur. Obwohl im wenigstens die Befriedung des Landes mit Marokkos gelang, holte ihn die Wirtschaftskrise um 1930 ein und zwangen ihn zum Rücktritt. Die “Zweite Republik Spanien” wurde 1931 ausgerufen.

Francisco Franco

Die Ermordung des rechten Calvo Sotelo 1936 war der Anlass für Francisco Franco (El Caudillo) im Land zu putschen, was allerdings in einen dreijährigen Bürgerkrieg mündete, bis 1939. Noch heute ist er Bürgerkrieg eine offene Wunde in der spanischen Nation, viele Menschen kamen bei der blutigen Auseinandersetzung ums Leben. Franco regierte bis zu seinem Tod 1975 das Land. Auch im Zweiten Weltkrieg beteiligte Spanien nicht aktiv, die Nachkriegsbedingten belasteten aber auch hier die Gesellschaft, Hungersnöte und Armut beherrschten das Land. Franco schottete Spanien zunächst völlig vom Rest Europas ab, bis der erste Tourismus in den Fünfzigern die Weisheit brachte das sich da wohl etwas Geld verdienen ließe. Franco öffnete daraufhin immer mehr das Land, bald begannen die ersten Mittel- und Nordeuropäer hier nieder zu lassen und Häuser zu kaufen. Die Mischung aus billigen Lebenshaltungskosten in Spanien und eine üppige Rente aus den nördlichen Heimatländern schien ideal um hier sesshaft zu werden. Obendrauf gab es süßes Klima, schöne Landschaften und nette Menschen.